FERTILITÄTSDIAGNOSTIK

Vorgehen für den Patienten

Bitte vereinbaren Sie mit uns einen Abgabetermin

 

Vorbereitung zum Spermiozytogramm:

vor der Samenuntersuchung 2-7 Tage Karenzzeit einhalten (kein Geschlechtsverkehr/keine Ejakulation)

 

Samengewinnung zum Spermiozytogramm:

Morgens die gesamte Samenflüssigkeit direkt in das bei uns bezogene sterile Gefäss entleeren und innerhalb 1/2h ins Labor bringen. Falls es nicht möglich ist, innerhalb 1/2h im Labor zu sein, dann besteht die Möglichkeit, das Sperma im Labor zu lösen (geeigneter Raum vorhanden).

Hände und Penis sorgfältig reinigen vor  dem Sperma lösen.

Kein Schutz-, Verhütungs- oder Gleitmittel verwenden!

 

Samenzustellung zum Spermiozytogramm:

Das Sperma für das Spermiozytogramm wird nur mit ärztlicher Verordnung und Terminabsprache entgegengenommen.

Der Bericht der Untersuchung geht an den Arzt. Auskünfte über das Untersuchungsergebnis werden allein durch ihn erteilt.

 

Wir bitten Sie, um folgende Angaben zum Spermiozytogramm:

-       Name und Geburtsdatum der Ehefrau oder Partnerin

-       Karenzzeit eingehalten? ...........Tage

-       Genaue Uhrzeit der Samengewinnung ..............Uhr

-       Verlust                                                

-       Frühere Sperma-Untersuchungen?

 

Durchgemachte Krankheiten und/oder Behandlungen

(fakultative Angaben zum Spermiozytogramm)

 

-       Mumps, Hodenentzündung oder Verletzungen, Geschlechtskrankheiten

-       Behandlung von Fertilitäts-Störungen oder damit zusammenhängende operative Eingriffe

-       Behandlung mit Antibiotika während der letzten 3 Monate?

-       Krankheiten in den letzten 3 Monaten (Fieber über 38°C)

 

Bei Fragen können Sie uns gerne kontaktieren, Telefon-Nr. 044 / 269 99 99

 

 

Morphologische Beurteilung der Spermien

Menschliche Spermatozoen zeigen sehr grosse Unterschiede in der Morphologie. Dies macht eine charakteristische Morphologie-Bestimmung äusserst schwierig.

Viele morphologisch abnorme Samenzellen weisen zudem mehrere Defekte auf. In diesem Fall wurde bisher nur einer der multiplen Defekte bei der Analyse berücksichtigt, wobei nach einem Prioritätensystem vorgegangen wurde:

Defekte des Spermienkopfes hatten Priorität vor solchen des Mittelstückes, Mittelstück-Defekte hatten Priorität vor Schwanz-Defekten.

Heute erfolgt die Morphologie-Analyse multiparametrisch, d.h. jeder beobachtete Defekt der drei Kategorien (Kopf, Mittelstück und Schwanz) wird gezählt.

Ein path. Spermatozoon kann somit mehrere Defekte aufweisen. Daraus errechnen wir als prädiktive Werte der Spermienfunktion in vivo und in vitro die folgenden zwei Indices.

Teratozoospermie-Index + Sperm-Deformity-Index

  • TZI (Teratozoospermie-Index)
    als mittlere Anzahl Defekte pro pathologisches Spermatozoon
  • SDI (Sperm- Deformity-Index)
    als mittlere Anzahl Defekte pro gezählte Spermatozoen.
    Teratozoospermie-Index = Totalzahl der Defekte / Anzahl Spermien mit Defekten (NW bis 1.60)
    Sperm-Deformity-Index = Totalzahl der Defekte / Anzahl gezählte Spermien (NW bis 1.60)

TZI-Werte über 1.6 sind mit tiefer Schwangerschaftsrate assoziert, und SDI-Werte über 1.6 gelten als Erfolgs-limitierend bei einer ev. In-vitro-Fertilisation.

Die WHO empfiehlt zur kompletten Samenbeurteilung eine zweite Probe, die zwischen 7 Tagen und 3 Monaten nach der ersten Analyse untersucht werden sollte. Sie ist vor allem dann notwendig, wenn die erste Samenanalyse irgendwelche Abnormitäten aufweist.

Ergibt sich eine grosse Diskrepanz zwischen den Ergebnissen, sollten weitere Proben untersucht werden. Unterschiedliche Ergebnisse können zurückgeführt werden auf: Ein unvollständiges Sammeln des Ejakulates (die erste Portion des Ejakulates enthält die Mehrzahl der Spermatozoen)

Stress wegen Infertilitäts-Untersuchungen

Vor kurzem durchgemachte Krankheiten (z. B. Fieber) mit erhöhter Temperatur im Hoden 
nicht homogene Natur des Samens (häufig auftretend)

  • Nomenklatur einiger Ejakulatparameter
  • Normozoospermie 20 - 250 Mio./ml
  • Oligozoospermie I 10 - 20 Mio./ml
  • Oligozoospermie II 5.0 - 10 Mio./ml
  • Oligozoospermie III < 5.0 Mio./ml
  • Kryptozoospermie < 1.0 Mio./ml
  • Polyzoospermie > 250 Mio./ml
  • Asthenozoospermie < 25 % Motilität Grad (a)

oder

  • < 50 % Motilität Grad (a+b)
  • Teratozoospermie < 15 % Spermien mit normaler Morphologie
  • Oligoasthenoteratozoospermie (OAT) alle drei Variablen sind gestört
  • Nekrozoospermie nur tote Spermatozoen (durch Vitalfärbung gesichert)
  • Azoospermie keine Spermien im Ejakulat
  • Aspermie kein Ejakulat (postejakulat. Urinsediment)

Bedeutung eines pos. Chlamydia-tr. IgA-Ak.-Testes

(Chlamydia trachomatis IgA-Antikörper-Test im Samenplasma)

Ein positives Ergebnis ist ein sicheres Indiz für eine aktive oder kürzlich durchgemachte Infektion mit Chlamydia trachomatis. (Dieser Test hat sich nach unserer Erfahrung als bisher zuverlässigster Parameter zum Nachweis von chronisch aszendierten Chlamydien-Infektionen erwiesen.

Bedeutung eines pos. MAR-Testes

(Mixed Antiglobulin Reaktion-Test)

An lebenden Spermien sind Autoantikörper vorhanden. Der erhaltene Wert zeigt jenen Prozentsatz von motilen Spermien, die durch Zugabe von IgG-beschichteten Latexpartikeln und Antiserum in ihrer Motilität gehemmt werden.

Hohe Werte deuten auf eine immunologische Infertilität. Pathologische Werte finden sich aber auch bei Genitaltrakt-Obstruktionen, testikuläre Biopsien, Genitaltrauma, Testikulartorsion, Kryptorchismus, Varikozele, nach Mumps-Orchitis, Infektionen des Genitaltraktes, (bes. Chlamydien oft asymptomatisch und daher erst nach Jahren häufigster Grund für ungewollte Kinderlosigkeit).

Bedeutung der biochemischen Marker

(unbedingt Sperma-Volumen und pH mitberücksichtigen)

Fruktose: Sekretionsfunktion der Samenblase 
Zitronensäure: Sekretionsleistung der Prostata.
Karnitin: Nebenhodenmarker mit besonderer diagnostischer 
Wertigkeit in Fällen von distalem Verschluss der ableitenden Samenwege.